Unsere Alster
Ob ick in München an de Isar stoh,
Ob in Berlin ick unnern Linden goh,
Ob in New York ick öbern Broadway loop,
Ob ick in London eene lütje Lady drop,
Dor is min Heimat nich, is fremdes Land,
Min Heimat is de Woderkannt.
Stets denk ick an min Voderstadt torüg
Denk an min Hamborg und den Jungfernstieg!
Seh ick am Seemannsbarg den Bismarck ston
Dräum ick von Köllisch und de Reeperbohn,
Seh ick den Hoben, lacht vor Freid min Hatt,
Greut mi min Hamborg, mine Voderstadt,
Greut mi den Michel und de Lombardsbrück
Greut mi de Alster und den Jungfernstieg!
C.J.H.Burmester. |

Das Flußgebiet der Alster |
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Der Alsterkanal.
Zur Hansezeit wurden die Waren von der Nordsee zur Ostsee mit Wagen über
die schlechten Landstraßen nach Lübeck, oder mit Schiffen um
Dänemark herum, gebracht. Aus diesem Grunde baut man einen Alsterkanal.
Er sollte von der Alster über die Beste in die Trave führen.
Diese Bau dauerte vier Jahre und war sehr schwierig. In der Alster wurden
neun Schleusen, im Kanal vier und in der Beste acht Schleusen gebaut.
Die meisten sind heute verschwunden, nur acht Alsterschleusen bestehen
noch.
Am 22.August 1529 fuhren die ersten vier Schiffe von Lübeck aus durch
den Kanal. Aber die Kanalschiffahrt hat nicht lange gedauert. Schon 1550
fuhren keine Schiffe mehr hindurch, weil an der höchsten Stelle ,
im Nienwohlder Moor, nicht mehr genug Wasser war. |
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Die alte Alsterschiffahrt.
Die Gegend um die Oberalster war früher reich an Wald, Torf und
Findlingen. Dieses Bau-und Brennmaterial wurde mit Alsterschiffen nach
Hamburg gebracht. Diese Alsterschiffe nannte man "Alsterböcke".
Das Fahren auf der Alster war sehr umständlich. Bei günstigem
Wasserstand dauerte die Bergfahrt eine Woche, bei schlechtem Wasserstand
manchmal bis zu vier Wochen. Vier Männer schoben das Schiff mit Stangen
bis Eppendorf. von dort an zogen es drei oder vier Frauen an einer Leine
bis zum "Treudelberg" bei Poppenbüttel. ( Dort heißt
es heute noch so ). Sie gingen auf dem Uferweg entlang, den nannte man
Treudel- oder Treidelweg oder Leinpfad ( heute noch Straßenname).
Waren die Schiffe beladen, wurden sie mit Pferden getreudelt. Vom Treudelberg
bis zum Heidkrug schoben die Schiffer ihre Alsterböcke wieder allein
mit den Staken.
Die Talfahrt ging schneller. Sie dauerte zwei bis drei Tage. Die Alster
war nicht tief, darum mußte das Wasser mit Schleusen gestaut werden.
Dann wurde die Schleuse geöffnet und die Schiffe trieben mit der
Flutwelle talabwärts bis zur nächsten Schleuse. Dort mußten
die Schiffer wieder warten, bis das Wasser hoch genug stand. Manchmal
mußte der Schleusenwärter noch Wasser nachschicken, weil ein
Schiff auf Grund gelaufen war. |
Burgen und Mühlen im Alsergebiet.
Im Alsergebiet gab es früher eine reihe von Burgen. Ihre Reste kann
man heute kaum noch im Gelände erkennen. Eine Burg bestand aus der
Volks- oder sogenannten Fluchtburg, der Vorburg und der Hauptburg. Wenn
früher die Wenden in unser Land einfielen, flüchteten die Bauern
aus der Umgegend, mit Frau, Kindern und Vieh in die Fluchtburg.
Die Alster und ihre Nebenflüsse trieben früher viele Mühlen.
Einige gibt es heute noch. An andere erinnern noch Straßen- und
Teich Namen. Viele davon waren Kornmühlen. In Wohldorf, Poppenbüttel
und Farmsen gab es Kupfermühlen, in Rodenbek Lohmühlen, in Eppendorf
Walkmühlen, in Fuhlbüttel Pulvermühlen und Papiermühlen,
in Farmsen Sägemühlen und in Wandsbek Sägemühlen und
Ölmühlen. |

Burg Wohldorf im Mittelalter |
Die heutige Oberalster.
Die Oberalster wurde von 1913-1920 bis Ohlsdorf kanalisiert. Boote fahren
heute nur noch zum Vergnügen auf der Oberalster.
An der Alster, bis Ohlsdorf, ziehen sich hübsche Anlagen mit Wegen
und Bänken hin, wo die Hamburger an Sonntagen, und natürlich
auch in der Woche, Erholung finden. Von Ohlsdorf ab, fast bis Wohldorf,
führt der "Alster-Wander-Weg", einmal am rechten und einmal
am linken Ufer. Dieser Weg wird durch Brücken, über die hier
schmale Alster verbunden.
Je weiter man den Alsterwanderweg hinaufgeht, umso schöner und malerischer
wird er. An einerStelle, in der Gegend von Wellingsbüttel,
steht ein Baum so geschlängelt über den Weg, daß er wie
eine Schlange aussieht. Man nennt ihn auch den "Schlangenbaum".
Ob es ihn heute noch gibt weiß ich leider nicht, denn ich bin nie
wieder den Alsterwanderweg so weit gelaufen.
An den Schleusen stehen noch teilweise die alten Schleusenwärterhäuschen
und sind jetzt in Kaffeegärten umgewandelt oder es sind neue Cafés
und Restaurants entstanden.Es stehen an diesem schönen Weg auch viele
alte Bäume. Wie alt mögen sie wohl sein und was würden
sie uns alles erzählen ,wenn sie könnten. |