Die Leuchtfeuer.
damit die Schiffe in die Elbe hineinfinden, gab es vor der Elbmündung
drei Feuerschiffe: Feuerschiff "Elbe I", Elbe II" und "Elbe
III". Feuerschiff Elbe I liegt am weitesten draußen. Das erste
Feuerschiff in der Elbmündung gab es seit 1816.
Wenn dann die Schiffe in der Elbe sind, müssen sie sich nach den
Leuchttürmen richten. Der erste Leuchtturm wurde 1377 auf Neuwerk
erbaut. Dieses ist das älteste Denkmal Hamburgischer Baukunst. Bis
1815 war es ein offenes Kohlenfeuer, seit 1816 war es eine Leuchtvorrichtung
mit Öllampen und Hohlspiegeln.
Der Cuxhavener Leuchtturm wurde 1803 erbaut.
In der Elbe gehören immer zwei Leuchtfeuer zusammen, ein Ober- und
ein Unterfeuer. das Oberfeuer brennt ständig. das Unterfeuer aber
brennt drei Sekunden und setzt eine Sekunde wieder aus, also ein "unterbrochenes
Feuer". Wenn das Schiff so steuert, daß das Oberfeuer und das
Unterfeuer genau übereinander liegen, fährt es auf der Richtungsfeuerlinie
entlang.es ist mitten in der Fahrrinne. Auf der Richtungsfeuerlinie fährt
das Schiff so lange entlang, bis es die nächsten beiden Leuchtfeuer
genau übereinander stehen sieht. dann folgt es der neuen Richtungsfeuerlinie,
bis es wieder eine neue bemerkt. Damit früh genug das Feuer bemerkt
wird, ist ein Quermarkenfeuer eingerichtet. Heute sind die Leuchtfeuer
durch Radar und Computer ersetztAm Tage richten sich die Schiffe nach
den Tonnen, die die Fahrrinne markieren. Es gibt an der Südseite
die "Spitztonne" und an der Nordseite die roten "Spieren
tonnen". |
Die Baggerei.
Damit die Schiffe nicht auf Grund laufen, muß die Fahrrinne durch
Bagger tief genug gehalten werden. Es gibt: Eimerbagger und Greifbagger.
Weil der Eimerbagger die Ecken der Hafenbecken nicht erreichen kann, hilft
ihm der Greifbagger. Die Fahrrinne der Elbe ist heute auf 14,4m tiefe
festgelegt.
Die Bagger entleeren das Baggergut in Schuten. Die Schuten fahren es dorthin,
wo es zur Landaufschüttung gebraucht wird, und werden dort durch
Saugbagger entleert. Bei den Baggerarbeiten findet man auch heute noch
Bomben aus dem zweiten Weltkrieg, darum muß man sehr vorsichtig
sein. Einmal explodierte auch eine Bombe, es wurden zwei Mann getötet
und der Bagger erlitt schweren schaden. |
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Ein
Schiff wird gehoben.
Wenn ein Schiff in der Elbe oder vor der Elbmündung
gesunken ist, beantragt die Reederei bei der größten
europäischen Bergungsfirma, der "Bugsier-Reederei und
Bergungs Aktiengesellschaft" in Hamburg, daß das Schiff
gehoben werden soll. Die Hamburger nennen diese Reederei kurz "Bugsier".
Ihre Fachleute prüfen, ob sich eine Bergung lohnt. Wenn sie
nicht gelingt, erhält die Bugsier nämlich keinen Lohn
für ihre Arbeit. Die Bugsier hat vier Sonderfahrzeuge, die
die Schiffe heben, immer zwei arbeiten zusammen. Ein Paar heißt:
"Energie" und "Ausdauer", das andere "Hief"
und "Griep".
Diese Schiffe heben 2000 bezw. 4000 Tonnen. Schiffe die 6000 Tonnen
wiegen oder tiefer als 50m liegen, konnte man damals noch nicht
heben. Zuerst untersucht ein Taucher das Wrack. Er stellt fest wie
groß das Leck ist, nach seinen Maßen bauen die Bergungsleute
einen Flicken aus Balken, die Ränder des Flickens polstern
sie mit Werk und Segeltuch aus. Diesen Flicken befestigt der Taucher
vor dem leck. Er dichtet auch alle Luken und Niedergänge(Treppenhäuser)
sorgfältig ab. |
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Die Bergungsschiffe legen sich über das Wrack. Sie
senken starke Stahltrossen hinab. Diese müssen unter dem Schiff hindurch
gezogen werden. das kann der Taucher nicht mit der Hand machen, denn das
Schiff liegt ja tief im Schlamm. Eine Maschine wühlt deshalb eine
Rinne für eine Kette unter dem Schiff frei. An der Kette befestigen
die Bergungsleute die Stahltrossen und ziehen sie mit Maschinenkraft unter
dem Schiff durch. Sie müssen viele solcher Hebetrossen anbringen
und es dauert seine Zeit bis alle Trossen befestigt sind und die Löcher
abgedichtet.
Nun kann das heben beginnen. Die Hebeschiffe ziehen die Stahltrossen stramm
an. Das muß ganz gleichmäßig geschehen. Ein Mann mit
feinem Gehör schlägt mit einem Vorschlaghammer gegen die Trossen.
An den Tönen kann er hören, ob die Trossen gleichmäßig
gespannt sind. Die Hebeschiffe haben vorher ihre Tanks voll Wasser gepumpt,
so daß sie bis zur Sicherheitsmarke eingetaucht sind (1). Jetzt
pumpen die Maschinen das Wasser aus den Tanks. dadurch heben sich beide
Schiffe und mit ihnen das Wrack (2). Die ersten Zentimeter gehen am schwersten,
weil das Wrack sich im Schlick festgesogen hat. Langsam hebt es sich.
Starke Schlepper ziehen nun die Hebeschiffe mit dem Wrack in flacheres
Wasser, so daß das Wrack gerade den Grund berührt. Die Schiffe
füllen ihre Tanks, sinken tiefer und ziehen die schlaff gewordenen
Hebetrossen stramm (§). Dann pumpen sie ihre Tanks wieder leer. Das
Wrack hebt sich wieder ein Stück. Die Schlepper ziehen die Hebeschiffe
in noch flacheres Wasser, das wird so oft wiederholt, bis das Wrack aus
dem Wasser herausragt (4). Dann pumpen die Hebeschiffe das Wrack leer,
so daß es schwimmt (5). Schlepper bringen es zur Reparatur ins Schwimmdock. |
Der Taucher.
Der Anzug des Tauchers besteht aus wasserdichtem Gummigewebe, der Helm
aus Kupfer, Rücken, Brust und Füße sind mit Blei beschwert.
Durch drei Fenster im Helm kann der Taucher hinaussehen.
Wenn der Taucher hinabgelassen worden ist, drückt das Wasser schwer
auf ihn. Wenn er 10m tief ist, muß jeder Quadratzentimeter seines
Körpers einen Druck von 1Kg. aushalten. Man preßt Luft in seinen
Anzug, die einen ebenso starken Druck hat. Das heraufholen dauert länger
als das hinablassen. Wenn der Taucher zu schnell aus großer Tiefe
hochkommt, sprudelt der Stickstoff aus dem Blut, wie die Blasen in einer
geöffneten Brauseflasche. Das kann Gelenkschmerzen, Aderverstopfung,
Erblindung, Lähmung und den Tod zur folge haben.
Der Taucher hilft nicht nur bei gesunkenen Schiffen, sondern auch bei
Brückenbauten, da setzt er die Pfeiler auf die Fundamente. Alles
muß er mit der Hand machen. Hören kann er nur die sausende
Luft in seinem Helm und was gegen diesen stößt. (Heute haben
Taucher Werkzeuge und Gegensprechanlagen zur Verfügung.) Auch die
Geräusche seiner eigenen Arbeit hört er nicht. Wenn er mit einem
Eisenhammer gegen eine Schiffswand schlägt hört es sich an,
als tippe er mit einem Bleistift auf Watte. Taucharbeit ist die schwerste
Arbeit im Hafen. |
Von der Fischerei.
Zum Hafen und zur Elbe gehört auch der Fischfang. Es wird nicht
nur in der Elbe, sondern auch draußen auf See, am meisten auf der
Doggerbank, gefischt, dieses nennt man Hochseefischerei. Auf der Doggerbank
fischt man am liebsten, weil dort die meisten Heringsschwärme vorbeikommen.
Es fischen dort nicht nur Deutsche, sondern auch: Engländer, Franzosen,
Holländer, Dänen,Schweden, usw.
Unsere Fischereiflotte ist vor allen Dingen in Finkenwerder beheimatet.
Die Fischkutter bringen die Fische zum Altonaer Fischereihafen. Dort werden
sie ausgeladen und nach ihrer Größe in Kisten sortiert. In
der Fischhalle auf dem Altonaer Fischmarkt werden sie nachher an die Fischhändler
verauktioniert. Auch die Hamburger Hausfrauen kaufen ihre springlebendigen
Fische gerne auf diesem Fischmarkt, aber er ist für den öffentlichen
Verkauf nur Sonntags von 6-10 Uhr geöffnet. Bis auf den Sonntäglichen
Fischmarkt ist von den anderen Aktivitäten nicht viel geblieben.
Hamburg hat viele Fischfabriken, wo die Fische zu Marinaden verarbeitet
werden, aber auch Fischräuchereien für Bücklinge und Räucheraal.
Wenn früher ein Schiff von Hamburg zur Ostsee wollte, dann mußte
es erst durch die Nordsee um Dänemark herumfahren, darum baute man
1895 den "Nord-Ostsee-Kanal". Dadurch war ein großer Umweg
gespart. Durch diesen Kanal, der mit Schleusen geschlossen werden kann,
können auch größe Ozeanriesen fahren. Um 1900 baute man
auch den Elb-Trave-Kanal, dieser ist aber nur für kleinere Schiffe,
weil er nicht so breit und so tief ist. |

Blankeneser Landungsbrücke b. Sturmflut
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Hochwasser.
Wenn im Frühling und Herbst die schweren Nordwest-Stürme kommen,
gibt es an der Nordseeküste und in der Elbe Hochwasser. In Hamburg
steigt das Wasser dann auch erheblich. Weil es am Hafen noch Kellerwohnungen
gibt, sind diese gefährdet und es werden, Böllerschüsse
abgegeben. Der erste Schuß bedeutet daß das Wasser über
"Normal" steigt. Der zweite, daß die Leute ihre Sachen
packen müssen und sich zum Verlassen der Kellerwohnungen bereit halten
sollen. Der dritte Schuß endlich heißt: "Keller räumen",
dann steht das Wasser aber schon dicht vor den Häusern. |
Überschwemmt ist es dann meistens bei den Vorsetzen,
beim Baumwall, beim Altonaer Fischmarkt und bei anderen tiefer gelegenen
Straßen. Heute sind durch "Hochwasserschutz Bauten", bis
auf den Altonaer Fischmarkt und Teufelsbrück, alle anderen Gebiete
geschützt.
Die sonst so schöne und ruhige Elbe sieht auch bei Sturm interessant
aus. Der Sturm peitscht die Wellen wie geifernde Gäule vor sich her.
Donnernd krachen sie gegen die Anlegebrücken und überschwemmen
bei Övelgönne und Blankenese die Promenade und die daran gelegenen
Lokale. So hat die Elbe verschiedene Gesichter und ist trotzdem immer
schön für uns Hamburger. |
Blick über den Hafen |