Der alte Hafen

Neuer KranAls die gräfliche Stadt gebaut war, legte man den Hafen im Nikolaifleet an. In der zweiten Hälfte des 16.Jahrhunderts wurde der Hafen im Nikolaifleet zu klein, da baute man den ersten Hafen an der Elbe, den Anfang zum heutigen "Niederhafen". Hier baute man auch den "Neuen Kran".
Als Hamburg eine Festung war, konnte der Binnenhafen durch einen schwimmenden Baum geschlossen werden, so daß keine fremden Schiffe hinein konnten. Dort errichtete man 1662 das Baumhaus. Aus den oberen Räumen hatte man einen malerischen Blick über den Hafen und "der Schiffe Mastenwald", darum wurden diese Räume gerne für Veranstaltungen benutzt. Heute heißt es dort noch "Baumwall".

Neuer Kran

Im laufe der Zeit waren die Schiffe größer Geworden, darum war der Binnenhafen nicht mehr tief genug und man rammte 1767 die erste Dückdalbenreihe in die Elbe. 1795 kam eine zweite Reihe hinzu, aber weiter in den Strom hinein. Sie reichte bis zum Jonas, etwa bis zu den heutigen St.Pauli Landungsbrücken. Der Hafen hieß "Jonas Hafen". Dieser bot nun Platz für 400 Schiffe mit je 100 Tonnen Laderaum. Der Verkehr zwischen den Schiffen "auf dem Strom" und dem lande wurde durch Prähme (Schuten) vermittelt und war sehr zeitraubend. Darum baute man 1817 am Jonashafen Landungsbrücken.
Die Erweiterung des alten Hafens um 1840 (Sandtorhafen) und des Niederhafens 1855 genügte nicht mehr. Darum baute Johannes Dallmann (1823-1875) 1866 an beiden Ufern der Elbe Kaianlagen und Schuppen. Er war der geniale Schöpfer der Norderelbe. Mit seiner Anlage begann der "Aufstieg zum Welthafen". Zum ersten mal erfolgte 1872 die Umladung direkt vom Schiff auf die Eisenbahn am Kaiserkai.

Elblauf 1850
Hamburg und der Elblauf 1850

Hamburg bekommt einen Freihafen.

Wenn früher ein Hamburger mit der Postkutsche nach Wien fuhr, reiste er durch zehn verschiedene Länder. An jedeHafenr Grenze mußte er sein Gepäck vorzeigen und jedesmal Zoll bezahlen. Der Zeitverlust und die vielen Zölle erhöhten den Preiß der Waren beträchtlich.

Im Jahre 1834 schlossen sich die meisten deutschen Staaten zum deutschen Zollverein zusammen. In der Neujahrsnacht hoben sich die Schlagbäume und lange Reihen von Frachtwagen fuhren unter Glockengeläut, ohne Zoll zu bezahlen , in das Nachbarland hinein. Jetzt wurden nur noch ausländische Waren verzollt. Die Hansestädte schlossen sich dem Zollverein nicht an. Hamburg blieb also "Zollausland", Seine Preußischen Nachbarorte Altona, Wandsbek und Wilhelmsburg gehörten jedoch zum deutschen Zollverein. Verkaufte nun ein Hamburger seine Waren nach diesen Orten, mußte er sie wie "Auslandsware" verzollen. Der Reichskanzler Bismarck versuchte nun 1871, Hamburg zum Anschluß an den deutschen zollverein zu bewegen. Doch die Hamburger dachten:"Wenn wir beitreten, müssen wir hohe Zölle bezahlen. Unsere Geschäfte gehen dann zurück". Aber Bismarck gab nicht nach. 1881 trat Hamburg endgültig dem deutschen Zollverein bei. Ein Stück "Zollausland" durfte es behalten, den Freihafen.

Im Freihafen löschen Schiffe Waren aus dem Ausland. Der Empfänger braucht den Zoll für sie nicht sofort zu bezahlen. In Speichern des Freihafens können sie beliebig lange,unverzollt, lagern. Es können auch ausländische Waren im Freihafen zollfrei umgeladen und nach anderen Ländern weitergeleitet werden. Das ist für Kaufleute und Fabrikanten sehr wichtig. Auf dem Freihafengelände liegen ihre Fabriken, darin werden zollfreie Rohstoffe preiswert zu Fertigwaren hergestellt. Diese verkaufen sie wieder an das Ausland. Der billig eingekaufte Rohstoff und der eingesparte Zoll halten den Preis mäßig und erleichtern den Verkauf.
Der Freihafen ist auf der Landseite durch hohe eiserne Gitter gegen das Stadtgebiet abgeschlossen. Auf dem Wasser trennen ihn schwimmende Holzgitter vom übrigen Hafen. Die Zollbeamten haben das Recht alle Personen genau zu kontrollieren. Wenn einer Ware durchschmuggeln will und er wird geschnappt, wird er bestraft und die Schmuggelware beschlagnahmt. Ist es ein Arbeiter aus dem Freihafen, so verliert er seinen Arbeitsplatz.
Mit ihren Befürchtungen, daß die Geschäfte zurückgehen würden, behielten die Hamburger nicht recht. Nach dem Zollanschluß nahmen Handel und Schiffahrt zu. Immer neue Hafenbecken mußten gebaut werden.
1890 zog Bismarck nach Friedrichsruh und es endstand zwischen ihm und den Hamburgern eine aufrichtige Freundschaft. Nach seinem Tode setzten sie ihm 1906 ein Denkmal auf einer Anhöhe bei den Landungsbrücken. Es zeugt von der Verehrung der Hamburger für ihn.

Portalkräne

Portalkraene

Der Welthafen.

Die ersten Anlagen der St. Pauli Landungsbrücken wurden 1840 begonnen. 1870 und 1893 wurden sie erweitert. 1906 wurden die St. Pauli Landungsbrücken völlig neu gestaltet. Erst 1910 wurde die Arbeit beendet.
Nach dem ersten Weltkrieg wurden unter Georg Ludwig Wendemuth neue Kaischuppen, Kühlhäuser, Kräne, Portalkräne, Schwimmkräne, Heber, Getreideheber usw. gebaut. Die Eisenbahnanlagen im Hafen und die Kaischuppen wurden verbessert und weiter ausgebaut.
Im zweiten Weltkrieg wurde der Hafen schwer getroffen. Zu ca. 75% wurde er zerstört. Nach dem Krieg ging man daran, den Hafen neu zu bauen. Auch die zerstörten St. Pauli-Landungsbrücken wurden vergrößert und in modernem Stiel wieder errichtet. An beiden Seiten der Landungsbrücken kann man anlegen. Sie haben über einen Kilometer Anlegefläche. An ihrem hinteren Ende liegen die ganzen Schlepper.

Bismarckdenkmal

Bismarckdenkmal

Der "schnelle" Hafen.

Hamburg nennt man den schnellen Hafen. Wenn ein Schiff elbaufwärts kommt, so wird es schon frühzeitig gemeldet und im Hafen wird dafür alles vorbereitet. Wenn ein Schiff z.B. um 4.55 Uhr ankommt, dann kann es schon um 24 Uhr den Hafen wieder verlassen. In dieser Zeit wurde es gelöscht, beladen, Proviant wurde eingenommen und alle Papiere waren wieder fertig zur Weiterfahrt. Der Reeder freut sich, wenn das Schiff so schnell fertig ist, denn er braucht dann nicht so viel Liegegeld zu bezahlen. Die Kaigebühren sind nämlich sehr hoch, deshalb legen auch viele Schiffe, wenn es möglich ist, an den Duckdalben an, weil es billiger ist.

Landungsbrücken 
Landungsbrücken
Dückdalbenreihen
 Duckdalbenreihen

Der (alte) Elbtunnel.

Es waren so viele Arbeiter im Hafen beschäftigt, und die Fähren, konnten bei Nebel und Eis manchmal garnicht fahren. Da beschloß der Staat, eine neue Verbindung zwischen St.Pauli und Steinwerder zu bauen. Eine Schwebefähre oder eine bewegliche Brücke hätte den Schiffsverkehr zu sehr gestört. Eine Hochbrücke wäre auch nicht praktisch gewesen. Man hätte Wagen und Menschen 55 Meter hoch heben müssen, und sie hätte 25 Millionen Mark gekostet. Darum entschied man sich für einen Tunnel. Man braucht Menschen und Fahrzeuge nur 24 Meter hinabzusenken und zu heben, und er kostete nur 10 700 00 Mark.

Der Tunnel wurde von 1907-1911 gebaut. Auf der St.Pauli Seite war es leichter zu bauen als auf der Steinwerder Seite. Einmal geschah ein Unglück, aber es wurden alle Menschen gerettet. Der Tunnel hat eine Länge von 448,5 Metern und liegt 23,5 Meter tief. Er wurde im zweiten Weltkrieg glücklicherweise nicht zerstört, nur der Eingang auf der Steinwerder Seite wurde beschädigt, aber auch er ist wieder ausgebaut.

Elbtunnel Querschnitt Elbtunnel
Ohne unseren Elbtunnel würde es heute gar nicht mehr gehen, denn es ist viel zu viel Verkehr in Hamburg.
(könnte auch ein Schlußsatz auf den neuen Elbtunnel und seine vierte Röhre im Jahr 2002 sein).
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